Risikofaktoren

   Genetische Veranlagung

Zusammenhang: Bei Darmkrebsfällen in Ihrer Familie (Verwandtschaft 1. Grades: Eltern, Geschwister, Kinder) erhöht sich ihr Darmkrebsrisiko um das bis zu 1,8-fache.1

Beispiel: Bei Ihrem Vater/ Bruder wurde im Alter von 50 Jahren Darmkrebs diagnostiziert. Ihr Darmkrebsrisiko ist somit um ca. 80 % höher als bei Gleichaltrigen ohne genetische Disposition.

  Entzündliche Darmerkrankung

Zusammenhang: Wenn Sie an einer entzündlichen Darmerkrankung leiden (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Reizdarm), ist Ihr Risiko an Darmkrebs zu erkranken um das 3-fache, im Vergleich zu einem Gesunden, erhöht.1

Beispiel: Ein Morbus-Crohn-Erkrankter hat ein 3-mal (+ 200 %) so hohes Darmkrebsrisiko im Vergleich zu einem Gesunden.

   Tabakkonsum

Zusammenhang: Für jedes Jahr und jede Packung Zigaretten am Tag, die Sie in der Vergangenheit konsumiert haben, erhöht sich Ihr Darmkrebsrisiko um ca. 1 %.1

Beispiel: Ein Raucher hat 25 Jahre lang 2 Packungen Zigaretten am Tag geraucht. Sein Darmkrebsrisiko ist somit um ca. 50 % gestiegen.

   Erhöhter Body-Mass-Index (BMI)

Zusammenhang: Pro 8 kg Übergewicht steigt für Männer das Risiko an Darmkrebs zu erkranken um ca. 29 %, für Frauen steigt es um ca. 15 % im Vergleich zu Personen mit einem normalgewichtigem BMI1. Die Berechnung Ihres individuellen Wertes können Sie bequem hier vornehmen.

Beispiel: Ein 50-jähriger Mann, mit einer Größe von 1,80 m und einem Gewicht von 90 kg, liegt 8 kg über dem Normalgewicht für seine Altersklasse. Sein Erkrankungsrisiko ist somit um 29 % erhöht.

Eine 60-jährige Frau mit einer Größe von 1,70 m und einem Gewicht von 81 kg, liegt ebenfalls 8 kg über Normalgewicht. Ihr Erkrankungsrisiko ist demnach um 15 % erhöht.

   Körperliche Aktivität

Zusammenhang: Bei unzureichender körperlicher Aktivität erhöht sich Ihr Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, um ca. 15 %.1,2

Beispiel: Wenn Sie pro Woche durch sportliche Aktivitäten weniger als etwa 1000 kcal verbrauchen (z.B. 3 x die Woche 30 Minuten schwimmen, 2 x die Woche 30 Minuten joggen oder 2 h die Woche zügig spazieren gehen), erhöht sich Ihr Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, um ca. 15 %.

   Verzehr von verarbeitetem Fleisch

Zusammenhang: Bei einem regelmäßigen Verzehr von 5 Portionen verarbeitetem Fleisch, also z.B. Wurst und Schinken, pro Woche erhöht sich Ihr Darmkrebsrisiko um 9 %.1 Als eine Portion gelten 50 g3, also beispielsweise ca. zwei Scheiben Wurst oder ein Wiener Würstchen.

Beispiel: Bei einem Verzehr von täglich einer Scheibe Wurst und vier Hotdogs pro Woche erhöht sich Ihr Darmkrebsrisiko um 9 %.

   Verzehr von rotem Fleisch

Zusammenhang: Bei einem regelmäßigen Verzehr von 5 Portionen rotem Fleisch (1 Portion = 150 g3 Rind-, Schweine-, Lamm-, Kalb-, Schaf- oder Wildfleisch; entspricht einem kleinen Steak) pro Woche erhöht sich Ihr Darmkrebsrisiko um 10 %.1

Beispiel: Wenn Sie in der Woche einen großen Hamburger, ein Schweinefilet, ein Rindsteak, eine Roulade und täglich eine Scheibe Salami essen, erhöht sich Ihr Darmkrebsrisiko um 10 %.

   Alkoholkonsum

Zusammenhang: Durch den regelmäßigen Konsum von alkoholischen Getränken steigt das Darmkrebsrisiko pro Drink (definiert als 12 g reiner Alkohol4) und Woche um 1,2 %.1

Als ein Drink gelten jeweils:

  • - 1 Flasche Bier (330 ml, 4,8 Vol.-%) = 12,7 g Alkohol

  • - 1 mittelgroßes Glas leichter Wein (150 ml, 10 Vol.-%) = 12,0 g Alkohol

  • - 1 Glas Tequila (40 ml, 38 Vol.-%) = 12,2 g Alkohol4

Beispiel: Wenn Sie regelmäßig 5 alkoholische Getränke pro Woche konsumieren (z.B. 3 kleine Biere und 2 mittelgroße Gläser leichten Wein), erhöht sich Ihr Darmkrebsrisiko um 6 % (= 5 x 1,2 Prozent).

   Verzehr von Obst und Gemüse

Zusammenhang: Durch den Verzehr von einer Portion Obst pro Woche verringert sich das Darmkrebsrisiko um 9 %, bei zwei Portionen um 15 % und bei drei Portionen um 16 %. Durch den Verzehr von 2 Portionen Gemüse pro Woche verringert sich das Darmkrebsrisiko um 6 %, bei 5 Portionen um 14 %.2 Als eine Portion gelten 90 Gramm, also beispielsweise ein kleiner Apfel oder 10 Champignons.5

Beispiel: Bei einem Verzehr von jeweils zwei Portionen Obst und Gemüse pro Woche verringert sich Ihr Darmkrebsrisiko um insgesamt rund 21 %.

Symptome


Darmkrebs kann sich durch vielseitige Symptome äußern. Hierzu zählen unter anderem:

  • - anhaltender Durchfall

  • - krampfartige Bauchschmerzen

  • - Blut im Stuhl

  • - chronische Verstopfung

Darmkrebs hat in der Regel „stumme“ Symptome. Das bedeutet, dass man als Betroffener in den ersten Stadien des Darmkrebses keine Symptome verspürt. Diagnostiziert ein Facharzt erst dann den Tumor, ist die Therapie häufig sehr schwierig. Meist kann sie in diesen späten Stadien nur eine weitere Ausbreitung des Tumors verhindern.6,7,8



[1] Johnson CM et al. (2013). Cancer Causes & Control 24(6), 1207-22.

[2] Danaei G et al. (2005). The Lancet 366(9499), 1784-93.

[3] EatSmarter (2006). [https://eatsmarter.de/gesund-leben/news/richtige-portionsgroessen, Stand: 10.08.2018].

[4] Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (o.J.). [https://www.kenn-dein-limit.de/alkohol/haeufige-fragen/wie-berechnet-man-die-alkoholmenge-in-gramm/, Stand:10.08.2018].

[5] Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (2018). [https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/5-am-tag/, Stand: 10.08.2018].

[6] National Institutes of Health (2015). [http://www.nih.gov/research-training/advances-colorectal-cancer-research, Stand: 09.08.2018].

[7] Deutsches Krebsforschungszentrum (2017). [https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/darmkrebs/frueherkennung.php, Stand: 09.08.2018].

[8] Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF (2017). Leitlinienprogramm Onkologie, Langversion 2.0. AWMF Registrierungsnummer: 021-007OL. [https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/kolorektales-karzinom/, Stand: 09.08.2018].