ColoAlert® vs. iFOBT
Mehr Chancen, Darmkrebs früh zu erkennen
Ein iFOBT untersucht die Stuhlprobe auf verborgenes Blut. ColoAlert® ergänzt diesen Nachweis um drei DNA-basierte Messwerte. So können zusätzliche biologische Signale berücksichtigt werden, die bereits in frühen Darmkrebsstadien auftreten können.
Warum ColoAlert® mehr als Blut untersucht
Darmkrebs entsteht durch genetische Veränderungen in Zellen der Darmschleimhaut. Dabei können Zellen und DNA in den Darm gelangen, auch wenn kein Blut nachweisbar ist. ColoAlert® untersucht deshalb neben verborgenem Blut auch KRAS- und BRAF-Mutationen sowie humane DNA. So berücksichtigt der Test vier Messwerte für eine umfassendere Früherkennung.
Genetisch veränderte Zellen entstehen
Darmkrebs entwickelt sich durch Veränderungen im Erbgut von Zellen der Darmschleimhaut.
Zellmaterial gelangt in die Stuhlprobe
Abgestoßene Zellen und DNA können in den Darm und damit in die entnommene Stuhlprobe gelangen.
Blut und DNA werden im Labor analysiert
Das Labor untersucht auf verborgenes Blut, KRAS- und BRAF-Mutationen sowie die Menge humaner DNA.
Wie funktioniert der klassische Stuhltest?
iFOBT steht für immunologischer fäkaler Okkultbluttest. Der Test untersucht eine Stuhlprobe auf okkultes (nicht sichtbares) menschliches Hämoglobin. Ein solcher Nachweis kann auf eine Blutung im Magen-/Darmtrakt hinweisen, zeigt aber nicht, woher sie stammt.
Probe zu Hause entnehmen
Mit einem im Probenentnahmeset enthaltenen Probenlöffelchen wird eine kleine Menge Stuhl aufgenommen und anschließend zur Auswertung an eine Arztpraxis oder ein Labor übergeben.
Hämoglobin nachweisen
Im Labor wird geprüft, ob sich menschliches Hämoglobin (Blut) in der Stuhlprobe befindet. DNA-basierte Veränderungen werden dabei nicht untersucht.
Ergebnis ärztlich abklären
Ein auffälliger Blutnachweis im Stuhl ist keine Krebsdiagnose. Die Ursache sollte durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden. Ein unauffälliges Testergebnis kann Darmkrebs nicht vollständig ausschließen.
ColoAlert® und iFOBT im direkten Vergleich
Beide Tests untersuchen eine Stuhlprobe und können zu Hause angewendet werden. Während der iFOBT ausschließlich nach nicht sichtbarem Blut sucht, ergänzt ColoAlert® diesen Nachweis um drei DNA-basierte Messwerte, für eine umfassendere Erkennung biologischer Auffälligkeiten, auch in frühen Stadien.1
mutierte DNA
hDNA
Was „Erkennungsrate“ tatsächlich bedeutet
Die Erkennungsrate beschreibt die Sensitivität eines Tests: Sie zeigt, wie viele tatsächlich vorhandene Darmkrebsfälle erkannt werden. In klinischen Studien konnte ColoAlert® 85 % der Erkrankten korrekt identifizieren. Die Spezifität liegt bei rund 92 % und beschreibt, wie viele Personen der Kontrollgruppe ein korrekt unauffälliges Ergebnis erhielten.
Sensitivität: erkannte Fälle
Die Sensitivität gibt an, welcher Anteil tatsächlich erkrankter Personen ein auffälliges Ergebnis erhält. Je höher sie ist, desto weniger Fälle werden übersehen.
Spezifität: korrekt entlastet
Die Spezifität gibt an, welcher Anteil gesunder Personen ein korrekt unauffälliges Ergebnis erhält. Eine hohe Spezifität bedeutet weniger Fehlalarme und unnötige Folgeuntersuchungen.
Kein Test bietet absolute Sicherheit
Falsch-positive und falsch-negative Ergebnisse sind möglich. Auffällige Befunde müssen ärztlich abgeklärt werden.
Welche Form der Früherkennung zu Ihnen passt
Welche Untersuchung sinnvoll ist, hängt unter anderem von Ihrem Alter, Ihren persönlichen Risikofaktoren, möglichen Beschwerden und Ihrer bisherigen Vorsorge ab. Bei Unsicherheiten sollten Sie die Entscheidung ärztlich besprechen.
Regelmäßige Früherkennung ohne Beschwerden
Der iFOBT ist eine etablierte Untersuchung auf verborgenes Blut. ColoAlert® bietet eine erweiterte Stuhlanalyse, bei der zusätzlich drei DNA-basierte Messwerte untersucht werden.
Beschwerden oder auffälliges Testergebnis
Bei Beschwerden ist ein Stuhltest allein nicht ausreichend. Auch ein auffälliges Ergebnis sollte zeitnah ärztlich besprochen und in der Regel durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden.
Erhöhtes oder erbliches Darmkrebsrisiko
Bei einer familiären Vorbelastung, erblichen Tumorrisikosyndromen oder bestimmten Darmerkrankungen ist eine individuell geplante, ärztlich begleitete Vorsorge erforderlich. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die Eignung von ColoAlert®
Was beide Tests nicht leisten können
Sowohl der iFOBT als auch ColoAlert® sind nicht invasive Früherkennungstests. Sie können auf mögliche Auffälligkeiten hinweisen, den Darm aber nicht direkt untersuchen. Die Darmspiegelung ist der Goldstandard und bleibt die zuverlässigste Methode, um Darmkrebs und seine Vorstufen sichtbar zu machen.
Auffällig bedeutet nicht automatisch Krebs
Blut oder auffällige DNA-Messwerte können unterschiedliche Ursachen haben. Erst weitere ärztliche Untersuchungen können klären, was hinter dem Ergebnis steckt.
Auffällige Ergebnisse müssen abgeklärt werden
Nach einem auffälligen Stuhltest ist eine Darmspiegelung erforderlich. Dabei kann die Darmschleimhaut direkt betrachtet und bei Bedarf Gewebe entnommen werden.
Unauffällig bedeutet nicht ausgeschlossen
Kein Stuhltest erkennt jeden Darmkrebsfall. Daher ist es wichtig, regelmäßig Vorsorgemaßnahmen in Anspruch zu nehmen, um eine potenzielle Erkrankung früh zu erkennen.
Mehrere Messwerte für eine frühzeitige Erkennung
ColoAlert® kombiniert den Nachweis von nicht sichtbaren Blut im Stuhl mit der Analyse von KRAS, BRAF und humaner DNA. Die Probe entnehmen Sie bequem zu Hause. Die vier Messwerte werden anschließend in einem spezialisierten, ärztlich geleiteten Labor untersucht.
Häufig gestellte Fragen
ColoAlert® ist grundsätzlich für alle Menschen ab dem Alter von 45 Jahren geeignet. Im Einzelfall, z. B. bei Vorliegen weiterer Risikofaktoren, kann nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt davon abgewichen werden.
ColoAlert® eignet sich nicht für Patientinnen und Patienten mit Reizdarmsyndrom, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn), familiärer adenomatöser Polyposis (FAP) und hereditärem nicht-polypösem Kolonkarzinom (HNPCC).
Bei ColoAlert® werden zusätzlich zum Nachweis von okkultem Blut drei weitere Tumormarker untersucht. Die molekulargenetische Analyse untersucht die Stuhlprobe auf das Vorhandensein verdächtig hoher Mengen humaner DNA und auf genetische Mutationen. Diese zusätzlichen Merkmale erhöhen die Erkennungsrate für Darmkrebs, die sogenannte Sensitivität (Anteil positiver Testergebnisse bei Betroffenen).1
Darmkrebs beginnt durch genetische Veränderungen der DNA von Zellen im Darm. ColoAlert® kann Zellen aus einer Stuhlprobe auf solche Veränderungen untersuchen. Dieser direkte Nachweis von Tumor-DNA unterscheidet ColoAlert® von anderen indirekten Nachweisverfahren wie dem herkömmlichen Stuhltest (iFOBT).
Eine direkter Nachweis von Tumor-DNA ist zudem prinzipiell schon ab der ersten Mutation einer gesunden zu einer Krebszelle möglich – nicht sichtbares Blut hingegen erst, wenn Polypen oder Adenome so groß sind, dass sie durch die Reibung während der Stuhlpassage bluten.
Alle Messverfahren haben eine gewisse Fehlerquote. In der Diagnostik beschreibt man sie über die Sensitivität (Anteil richtig erkannter Erkrankter) und die Spezifität (Anteil richtig erkannter Gesunder).
Für ColoAlert® ist dabei vor allem die Früherkennung entscheidend: Gerade in den gut behandelbaren Anfangsstadien (Stadium I–II) erkennt der Test rund 77 % der Darmkrebsfälle – also dort, wo eine frühe Behandlung die besten Chancen bietet. Über alle Stadien liegt die Sensitivität bei rund 85 %, die Spezifität bei rund 92 %.¹
Kein Früherkennungstest bietet hundertprozentige Sicherheit. Ein auffälliges Ergebnis ist ein Hinweis, keine Diagnose, und sollte ärztlich per Darmspiegelung abgeklärt werden.
Bei jedem Menschen – ob gesund oder erkrankt – werden permanent durch Reibung Darmwandzellen in den Stuhl abgeschilfert. Bei von Darmkrebs Betroffenen gelangen so auch Tumorzellen in den Stuhl.
In einem ersten Schritt wird im Labor nun die DNA aus dem Stuhl extrahiert. Danach wird mittels moderner PCR-Technologie die Gesamtmenge der humanen DNA bestimmt, bevor sie abschließend auf die für die Entstehung von Darmkrebs relevanten Tumorgene KRAS und BRAF untersucht wird.
- Krammes, L., Mahmood, H. A., Frondorf, F. M. B., Scholz, C. F., Becker, P., Maharjan, S., Sever, A. E., Garapati, S. V., Balasubramaniam, A., Knabe, M. J., Eidens, M. R., Dollinger, M. M. (2025). State-of-the-Art Colorectal Cancer and Advanced Precancerous Lesion Screening: a Multitarget Stool DNA Test. Clinical Laboratory, 71(1), 34–39. https://doi.org/10.7754/Clin.Lab.2024.240620; Dollinger, M. M., Behl, S., & Fleig, W. E. (2018). Early Detection of Colorectal Cancer: a Multi-Center Pre-Clinical Case Cohort Study for Validation of a Combined DNA Stool Test. Clinical Laboratory, 64(10), 1719–1730. https://doi.org/10.7754/Clin.Lab.2018.180521
- Gies, A., Cuk, K., Schrotz-King, P., Brenner, H. (2018): Direct Comparison of Diagnostic Performance of 9 Quantitative Fecal Immunochemical Tests for Colorectal Cancer Screening. Gastroenterology 154(1), 93–104. doi.org/10.1053/j.gastro.2017.09.018